Die Spülbeckenserie „Juna“ für Systemceram ist eine mit dem German Design Award 2025 ausgezeichnete Produktlinie, die sich durch eine raffinierte, organische „Retro-Modern“-Formensprache auszeichnet. Die Serie entstand während meiner Tätigkeit bei Hans Winkler Design, wo ich als Konzeptentwickler und leitender 3D-Designer die Aufgabe hatte, durch präzise NURBS-Oberflächenmodellierung und umfassendes Design for Manufacturing (DFM) eine Brücke zwischen hochwertiger Ästhetik und strengen Standards der Keramikherstellung zu schlagen.
Designentwicklung und Prozess
01 / Skizze in Draufsicht: Frühe konzeptionelle Erkundung der anfänglichen organischen Volumen sowie der Proportionen des Beckens und der integrierten Abtropffläche.
02 / Rendering in Draufsicht: Umsetzung der Skizze in ein digitales NURBS-Modell zur Bewertung von Symmetrie, Abflusslogik und visueller Ausgewogenheit von oben betrachtet.
03 / Präsentation vor den Stakeholdern: Präsentation der ersten Formentwürfe direkt vor der Geschäftsleitung von Systemceram (Bildschirm unscharf gestellt, um noch nicht veröffentlichte Konzeptvarianten zu schützen).
04 / Oberflächenkontinuität: Nahaufnahme, die den komplexen, fließenden Übergang der Rundung von der flachen Abtropffläche hinunter in das Spülbecken zeigt.
05 / Geometrische Iteration (Rhino Quad-View): Ein CAD-Screenshot, der den Arbeitsbereich mit mehreren Ansichten zeigt. Er dokumentiert etwa 10 aufeinanderfolgende Iterationsstufen der Beckenentwicklung und veranschaulicht die Entwicklung hin zur endgültigen, ausgefeilten Geometrie.
06 / Gerenderter Querschnitt: Ein zentraler Schnitt von vorne nach hinten, der die Wandstärken im Inneren sichtbar macht. Dieser zeigt, wie die fließende Rundung nahtlos vom oberen Abtropfbereich in das Innere des Beckens übergeht.
07 / Rendering der bündigen Montage: Ein klares, fokussiertes Rendering, das das Spülbecken in einer nahtlosen, bündigen Montage zeigt. Die Längsrichtung und die leicht geneigte Perspektive unterstreichen die visuelle Harmonie der Kurven.
08 / Produktion & Integration von Zubehör: Ein Foto aus der Fertigungshalle, das den fertigen Keramikguss zeigt. Es zeigt ein speziell entworfenes Zubehörteil, ein Holzschneidebrett, das perfekt in die Architektur des Spülbeckens eingebettet ist und die funktionale Vielseitigkeit demonstriert.
Im Team von Hans Winkler Design war ich als Konzeptentwickler und leitender 3D-Designer für die Juna-Spülbeckenserie tätig. Ich fungierte in diesem Projekt als wichtige „Brücke zwischen Technik und Ästhetik“. Meine Aufgabe bestand darin, die organische, „retro-moderne“ Formensprache aus ersten Bleistiftskizzen zu entwickeln und sie mithilfe von Rhino in hochauflösende, serienreife NURBS-Geometrie umzusetzen. Ich war direkt dafür verantwortlich, dass die hochwertige Optik und das nahtlose Lichtspiel der Kurven erhalten blieben, während das Modell gleichzeitig für die realen Fertigungsanforderungen (DFM) optimiert wurde.
Um ein makelloses Endprodukt zu erzielen, war eine intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich. Ich arbeitete eng unter der kreativen Leitung von Hans Winkler zusammen und stand dabei in ständigem Austausch mit externen technischen Teams. Gemeinsam mit dem Ingenieurteam von Systemceram erarbeitete ich die Ausgangsgeometrie für die strukturelle Verstärkung. Darüber hinaus arbeitete ich Hand in Hand mit dem Werksingenieurteam von Systemceram, um das Modell auf standardisierte Schrankbreiten abzustimmen, die Entwässerungsgefälle zu optimieren und die für die Entformung der Keramik erforderlichen präzisen Entformungsschrägen zu integrieren. Während ich mich um die sichtbare Geometrie und die Wandstärken kümmerte, finalisierten sie die inneren Unterseitenverstärkungen.
Das Projekt war ein absoluter kommerzieller und kritischer Erfolg. Wir konnten erfolgreich nachweisen, dass eine stark organische, komplexe Ästhetik den strengen Fertigungsanforderungen der Gießkeramik standhalten kann, ohne dass die gestalterische Integrität darunter leidet. Die Juna-Serie wird derzeit vollständig von Systemceram hergestellt, vertrieben und verkauft. Darüber hinaus wurde das Design mit der höchsten Auszeichnung der Branche gewürdigt und gewann den renommierten German Design Award 2025.
Projekt-Credits: Entwickelt während der Vollzeitbeschäftigung bei Hans Winkler Design; Konzeptautor: Michael Riley; Hauptbild und Fotos aus der Fertigung mit freundlicher Unterstützung von Systemceram GmbH & Co. KG.
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